Besaitungsmaschinen
Jeder Tennisspieler überlegt früher oder später, ob sich eine eigene Besaitungsmaschine zum Besaiten seiner (und ggf. anderer) Tennisschläger lohnt. Denn Tennissaiten müssen immer wieder erneuert werden. Im Sportfachgeschäft kostet das meist um die 15 bis 30 Euro. Da rechnen sich Besaitungsmaschinen schnell. Was bei der Wahl der richtigen Besaitungsmaschine zu beachten ist und wann sich welche Besaitungsmaschine überhaupt lohnt?
Ist selbst Besaiten mit einer Besaitungsmaschine schwierig?
Diese Vorfrage ist wichtig. Denn nur wenn man selbst mit der Besaitungsmaschine umgehen kann, stellt sich die Frage nach einer eigenen Besaitungsmaschine überhaupt.
Aus Erfahrung kann man sagen, dass mit etwas Übung auch jeder handwerklich wenig geschickte Tennisspieler bei ausreichender Sorgfalt ohne Probleme einen Tennisschläger mit einer Besaitungsmaschine besaiten/ bespannen kann.
Wichtig sind die korrekte Technik (Besaitungsanleitungen liegen den Besaitungsmaschinen meist bei) sowie ein Testschläger, an dem man die ersten Male üben kann.
Ab wieviel Besaitungen im Jahr lohnt sich eine Besaitungsmaschine?
Das kommt darauf an. Brauchbare Besaitungsmaschinen beginnen bei 400 Euro. Diese halten auch ohne große Reparaturen leicht 10 Jahre und länger. Rechnet man günstig mit 20 Euro pro Besaitenlassen, würden 20 Besaitungen eine solche Maschine quasi refinanzieren. Darin ist dann aber die eigene Arbeitszeit nicht eingerechnet. Man benötigt ca. 30 bis 45 Minuten pro Schläger mit etwas Übung.
Der größte Vorteil neben der Kostenersparnis ist aber, dass man viel mehr experimentieren kann und so bessere Tennissaiten und die optimale Besaitungshärte findet. Selbst wenn einm Abends beim Training die Saite seines Lieblingsschlägers reißt, man hat es selbst in der Hand, wann man diesen wieder besaitet – auch am Wochenende.
Auch kann man vielleicht im Verein einen kleinen Besaitungsservice anbieten und so zu Beginn die Kosten einer Besaitungsmaschine schneller refinanzieren. Allerdings kann man bei sperrigen Tennissaiten nicht mehr wie ca. drei Tennisschläger hintereinander besaiten. Das geht dann zu sehr auf die Konzentration und die Finger, so dass man eine Pause einlegen sollte.
Welche Besaitungsmaschine ist empfehlenswert?
Das kommt vor allem darauf an, wie genau man besaiten will und wie häufig. Denn die günstigsten Varianten sind weniger genau, die besseren genauer und bequemer.
Manuelle Besaitungsmaschinen mit und ohne Standfuß
Die einfachste Variante an Besaitungsmaschinen sind die manuellen Maschinen. Ob man diese mit Standfuß benötigt, kommt darauf an. Allerdings reicht jeder solide, höhere Tisch als Unterlage völlig aus. Will man die Besaitungsmaschine auch transportieren, was bei den leichten manuellen Geräten durchaus geht, kann man auf einen Standfuß verzichten und ein Tischmodell wählen.
Manuell nennen sich diese Maschinen deshlab, weil man mit der Hand mit einem langen Hebel “pumpen” muss, um die Zugkraft aufzubringen. Diese Eisenstange kann man auf den Abbildungen meist gut erkennen. Das ist technisch und körperlich nicht besonders aufwändig, allerdings ist es schwierig exakte Besaitungshärten konstant einzuhalten. Für professionelle Ergebnisse sind die manuellen Maschinen daher nicht geeignet, aber für den preisbewussten Hobby- und Medienspieler reicht dies allemal.
Diese Maschinen kosten ab 200 Euro, wobei man schon 250 Euro ausgeben sollte. Wichtig ist eine solide, massive Bauweise und fest fixierbare Zangen. Denn lockere Zangen sind die Hauptursache für die Ungenauigkeit und den Bespannungsverlust.
Alternativ gibt es auch Zugsysteme zum Kurbeln (rotierenden Anspannsystem), die genauer sind, aber in letzter Zeit eher seltener zu haben. Diese Besaitungsmaschinen kosten allerdings auch gleich deutlich mehr und beginnen bei ca. 400 Euro. Hier muss man manuell an einer Kurbel drehen, bei der die Zugkraft auf die Tennissaite ab Erreichen der voreingestellten Bespannungshärte unterbrochen wird.
Elektronische Besaitungsmaschinen
Wer es noch genauer und bequemer will, der greift zu einer elektronischen Besaitungsmaschine. Diese benötigen Strom und ziehen die Tennissaiten mit elektrischer Motorkraft bequem und sehr exakt auf die richtige, voreingestellte Härte. Diese Maschinen sind aber deutlich teuerer, schlechter zu transportieren (Gewicht, Stromversorgung) und etwas wartungsintensiver.
Einfache Tischmaschinen beginnen bei 500 Euro. Deutlich günstigere Modelle sind ebenfalls erhältlich, wegen der teilweise komplexen Mechanik sind diese aber nicht empfehlenswert. Hier lohnt sich die höhere Investition auf jeden Fall, da man diese Besaitungsmaschinen meist 10 Jahre und länger benutzen kann.
Worauf muss man beim Kauf einer Besaitungsmaschine achten?
Grundsätzlich ist die Marke hier eher unwichtig, denn es gibt nur wenige Hersteller. Qualität ist entscheidend. Die erkennt man alleridngs online nur schwer. Daher sind Preis, Erfahrungswerte und folgende Details die wichtigsten Indizien für eine Vorauswahl.
- Achte auf zwei fest installierte Zangen. Diese müssen auf zwei Schienen festverankerbar sein. Dazu braucht man mechanisch pro Zange zwei Hebelverschlüsse, einen unten auf der Schiene und einen oben für die Saite. Hochwertige, massive Zangen sind ganz wichtig.
- Achte auf das Zugsystem. Hier ist die zweite wesentliche Funktionsstelle. Möglichst wenig Klein- und Verschleißteile garantieren einfache Wartung. Ansonsten sind klassische Bauweisen wichtig, da man dann im Bedarfsfalle schnell und überall Ersatzteile bekommt.
- Die Schlägerfixierung an mindestens 6 Punkten ist eigentlich Standard. Da auf den Rahmen enorme Kräfte beim Besaiten wirken, sollte man nicht unter 6 Fixierpunkten ins Regal greifen.
- Im Verein und Tenniskollegen fragen, welche Erfahrungen die gemacht haben. Ich habe beispielsweise seit über 10 Jahren eine einfache manuelle Tischmaschine, bei der ich mir einmal bessere Zangen gekauft habe. Ansonsten reicht sorgsamer Umgang völlig aus – wenn die Besaitungsmaschine von ordentlicher Qualität ist. Also lieber ein paar Euro mehr investieren.
Robert Hartl31. Mai 2010



