Tsonga spielt Nadal an Wand
Was für ein Spiel.
Jo-Wilfried Tsonga spielt Rafael Nadal im Halbfinale der Australian Open an die Wand.
6:2, 6:3, 6:2. Raffael Nadal hatte null Chance, keine. Gar keine. Jo-Wilfried Tsonga ließ Rafael Nadal nicht mal an einem Break ernsthaft schnuppern. Das war eine exzellente Vorstellung.
Natürlich muss man dazu sagen, dass Rafael Nadal sicher nicht seinen besten Tag erwischt hatte und doch einige sonst sichere Winner verzog und auch von der Grundlinie manchmal zu kurz wurde.
Dagegen schien Jo-Wilfried Tsonga der Drall und Topspin von Rafael Nadal wenig zu stören, er blieb nah an der Grundlinie, variierte das Tempo gut und griff sofort an, wenn möglich. Gut das versuchen andere Spieler auch, Jo-Wilfried Tsonga war dabei aber selten überhastet, sondern setzte seine Angriffsschläge meist so zwingend, dass Rafael Nadal sein gefürchtetes Konterspiel nicht anbringen konnte und nur selten zu einem Passierball kam.
Dieses Niveau konnte Jo-Wilfried Tsonga bis zum letzten Ball ertaunlich konstant halten. Keinerlei größere Schwächephasen oder ein “schwerer” Arm zum Ende des Matches hin waren zu erkennen. Ein weiterer Grund war der gute erste Aufschlag – hohe Quote im Feld bei ca. 90% Punkten bei einem ersten Aufschlag.
Damit sahen die Ballwechsel alle recht ähnlich aus. Hatte Rafael Nadal sich einen Vorteil erspielt, blieb er an der Grundlinie kleben. Jo-Wilfried Tsonga konnterte mit langen Schlägen um dann selbst Druck auszuüben. Und schwupps kam ein harter, präziser Schlag, Tsonga war am Netz, Punkt vorbei. So kam Rafael Nadal kaum ins Spiel, hatte eigentlich nie Zeit, mal einen Ballwechsel kontrolliert aufzubauen und mit Punktgewinn abzuschließen. Roger Federer wird sich dieses Spiel vor allem aus taktischer Sicht sicher nochmal anschauen.
Damit bin ich auch schon beim nächsten Punkt: Roger Federer gegen Novak Djokovic – ich freu mich.
Robert Hartl schrieb diesen Artikel am 24. Januar 2008.
Tennisspieler: Novak Djokovic, Rafael Nadal, Roger Federer
Tennisturnier: Australian Open
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