Tennisschläger
Jedes Jahr vor oder nach der Tennissaison bzw. Turnier-Saison stellt sich die Frage nach neuen, besseren Tennisschlägern. Der Tennisschläger ist neben den Tennissaiten der wesentliche Einflussfaktor (nach einem selbst
) für das Tennisspiel.
Zum Thema Tennisschläger gibt es viel Marketing und einige Mythen, wobei sich letztere vielleicht aus deswegen hartnäckig halten. Vielleicht ist ja der ein oder andere hilfreiche Hinweis oder Tipp dabei, der Dir zu einem besseren Tennisschläger und damit einem besseren Spiel verhilft.
Je nach Sichtweise kann man nun sagen, ein Tennisschläger macht dabei nur einen kleinen Bruchteil aus, oder aber eine ganze Menge, da er letztendlich durch seine Eigenschaften auch die eigene Technik und Spielweise beeinflusst. Daher sollte sich jeder Tennisspieler mit dem und letztlich seinem Tennisschläger
Tennisschläger Mythen
Mit jeder neuen Saison warten Hersteller mit neuen Materialien, Technologien usw. auf. Mehr Power, leichter, bessere Kontrolle, größere Osen, Nanotechnologie, usw. Dass das nicht jeder Saison der Technologiesprung sein kann, dürfte jedem klar sein, der in Ruhe darüber nachdenkt. Letztlich verkaufen die Hersteller hier Marketing.
Bestes Beispiel sind die professionellen Tennisspieler, die schon beruflich ein hohes Interesse an optimalem Material haben. Roger Federer als weltbester Tennisspieler spielt beispielsweise einen Tennisschläger, den es seit 30 Jahren praktisch unverändert gibt. Roger Federer wechselt eigentlich nur die Lackierung je nach Marketing.
Weiter ist der Trend zu immer leichteren Tennisschlägern (ultralight, …) zu hinterfragen. Denn man meint vielleicht mit einem leichteren Tennisschläger schneller und härter auf den Ball schlagen zu können. Ein international gefragter Hersteller und Anpasser von Tennisschlägern (Bosworth Tennis) sagt beispielsweise, dass alle (!) Profis nach den Tests für die Individualisierung schwerere Tennisschläger gespielt haben. Dabei sind darunter fast alle Profis, laut Bosworth sind das in Summe über 100 Grand-Slam-Titel. Die Firma hat getestet und folgende Erkenntnisse daraus gezogen: ein schwerer Schläger schont den Körper, denn die wesentlichen Beschwerden resultieren aus dem Aufprallschock beim Treffpunkt. Und ein leichter Tennisschläger gibt mehr des Aufpralls an den Arm weiter. Weiter kann ein schwerer Tennisschläger mehr Energie auf den Ball übertragen. Dadurch sei die Kontrolle höher und die Beschleunigung ebenso.
Weiter sind die normal im Fachhandel erhältlichen Schläger nicht immer gleich. Denn bei der Serienproduktion gibt es normale Toleranzen, so dass beispielsweise das Gesamtgewicht des gleichen Modells um bis zu ±s; 5 Gramm differieren darf.
Kein Mythos ist dagegen, dass Tennisschläger nach 3 bis 5 Jahren deutlich abnehmende positive Spieleigenschaften aufweisen. Denn die Spannung und Steifigkeit eines Schlägerrahmens lassen mit der Zeit und den Bespannvorgängen einfach mit der Zeit nach.
Tennisschläger Eigenschaften
Wie kommt man nun aber zu einem optimalen Tennisschläger? Das Problem ist, dass diese Frage nur individuell beantwortet werden kann. Je nach Können, Schwungstil, Technik, Kraft, Treffergenauigkeit und Beschleunigungsvermögen lassen sich bestimmte Gruppen im Bereich Tennisschläger ausscheiden.
So gilt generell, dass ein schneller, langer Schwungstil bei guter Treffergenauigkeit einen Tennisschläger spielen kann, dessen Schlagfläche kleiner ist und dessen Rahmenbreite schmaler. Denn es reicht ein eher kleiner Sweetspot (optimale Trefffläche) und der Tennisschläger sollte eher Kontrolle als Beschleunigung bieten.
Ansonsten sind wesentliche Kriterien das Gewicht (Kraft, Tennisellbogen, Schulterprobleme, Trainingszustand) wie dazu die Balance. Es gibt grob Tennisschläger, die grifflastig, kopflastig oder ausgewogen sind. Ein grifflastiger Schläger kann damit schwerer sein, denn er belastet Hand(gelenk) und Arm, Schulter weniger durch seinen Schwerpunkt, der näher am körper liegt.
Bei der Griffstärke gehen die meisten Aussagen dahin, die größtmögliche Griffstärke zu spielen, da dies am schonendsten für Arm und Schulter sein. Die häufigsten Größen der Tennisschlägergriffe sind L3 bei den Herren und L2 bei den Damen.
Tennisschläger Test
Aufgrund obiger Einschätzung lassen sich so einige, grundsätzlich passende Modelle vorauswählen. Mancher Tennisversand bietet hier hilfreiche Zusatzinformationen zu den Tennisschlägern in den Prospekten.
Da dies meist immer noch viele Tennisschläger sind, helfen Vergleiche von Tennisschlägern weiter. Tennismagazine testen regelmäßig die aktuellen Modelle sortiert nach Eignungsgruppen. Ansonsten schaut man am besten auf Tennisspieler, die ähnliche Technik und körperliche Verhältnisse aufweisen. Fragt man diese Spieler, bekommt man meist recht hilfreiche Erfahrungen. Achten sollte aber man nicht auf die Profispieler, denn die Profis spielen ganz eigene Tennisschläger.
Hat man sich auf vielleicht 4 bis 8 Modelle fokussiert, bleibt nur der Tennisschlägertest.
Leider bieten immer weniger Sportfachgeschäfte diese Testmöglichkeit. Auch haben die Geschäfte tendenziell weniger Tennisschläger im Angebot. Dies ist eben eine wirtschaftliche Reaktion auf die zurückgehende Popularität dieses doch so schönen Sports.
Mancher Tennisversand bietet dagegen bei breiter Tennisschlägerpalette noch den individuellen Schlägertest an. Die Tennisschläger werden dabei per Post gegen geringe Testgebühr versendet. Am besten man sucht einfach nach Testschläger oder Tennisschläger und Test.
Ein guter Zeitpunkt für den Test ist nach der Saison. Da ist man gut eingespielt, hat Zeit und kann gut verschiedene Tennisschläger testen und vergleichen.
Robert Hartl13. Januar 2012



