Tennisschläger
Der Tennisschläger beeinflusst Kontrolle, Beschleunigung, Spin, Komfort und das Gefühl beim Treffpunkt. Trotzdem gibt es nicht den einen besten Tennisschläger für alle Spieler. Entscheidend ist, dass Gewicht, Kopfgröße, Balance, Rahmen und Besaitung zum eigenen Spiel passen.
Gerade beim Kauf sollte man deshalb nicht nur auf Marke, Preis oder die neuesten Technologien achten. Ein technisch guter Spieler mit schnellem Schwung benötigt häufig einen anderen Schläger als ein Anfänger, der Unterstützung bei Balllänge und Treffpunkt sucht.
Kurz erklärt: Für viele erwachsene Freizeitspieler ist ein Tennisschläger mit ungefähr 280 bis 305 Gramm unbesaitetem Gewicht und etwa 645 cm² (100 in²) Schlagfläche ein sinnvoller Ausgangspunkt für einen Test. Das ist aber keine offizielle Vorgabe und keine pauschale Kaufempfehlung: Technik, Kraft, Alter, Schwunggeschwindigkeit und persönliche Vorlieben entscheiden mit.
Welcher Tennisschläger passt zu mir?
Die wichtigste Regel beim Schlägerkauf lautet: Der Tennisschläger muss zum Spieler passen und nicht umgekehrt. Ein Modell, mit dem ein Profi hervorragend spielt, kann für einen Freizeitspieler völlig ungeeignet sein.
Für die Auswahl sind vor allem folgende Eigenschaften relevant:
- Gewicht
- Schlagfläche beziehungsweise Kopfgröße
- Balancepunkt
- Schwunggewicht
- Rahmenprofil
- Rahmensteifigkeit
- Schlägerlänge
- Besaitungsbild
- Griffgröße
- Saite und Bespannungshärte
Diese Eigenschaften wirken nicht unabhängig voneinander. Zwei Schläger mit gleichem Gewicht können sich beispielsweise aufgrund einer unterschiedlichen Balance beim Schwingen völlig anders anfühlen.
Welche Größe darf ein Tennisschläger haben?
Die International Tennis Federation (ITF) legt die maximal zulässigen Abmessungen eines Tennisschlägers fest. Ein regelkonformer Tennisschläger darf insgesamt höchstens 73,7 cm beziehungsweise 29 Zoll lang und 31,7 cm beziehungsweise 12,5 Zoll breit sein.
Auch die eigentliche Schlagfläche ist begrenzt. Sie darf maximal 39,4 cm lang und 29,2 cm breit sein.
| Eigenschaft | Maximalwert nach ITF |
|---|---|
| Gesamtlänge | 73,7 cm / 29,0 in |
| Gesamtbreite | 31,7 cm / 12,5 in |
| Länge der Schlagfläche | 39,4 cm / 15,5 in |
| Breite der Schlagfläche | 29,2 cm / 11,5 in |
Diese Werte sind Regelgrenzen und keine Kaufempfehlungen. Die meisten normalen Tennisschläger bleiben deutlich innerhalb dieser Grenzen.
Was bedeutet die Kopfgröße beim Tennisschläger?
Die Kopfgröße bezeichnet die Fläche des Schlägerkopfs beziehungsweise der Besaitung. Hersteller geben sie meistens in Quadratzentimetern (cm²) und Quadratzoll (in²) an.

Schematischer Vergleich eines kleineren und eines größeren Tennisschlägerkopfs mit unterschiedlich groß dargestelltem optimalen Treffbereich.
Schematische Darstellung: Der gelbe Bereich veranschaulicht einen günstigeren Treffbereich und stellt keinen exakt abgegrenzten „Sweetspot“ dar.
Ein sehr verbreiteter Wert bei modernen Erwachsenenschlägern ist beispielsweise 645 cm² beziehungsweise 100 in².
| Kopfgröße | Typische Eigenschaft | Eher geeignet für |
|---|---|---|
| kleiner als ca. 630 cm² / 98 in² | präziser, anspruchsvoller beim Treffpunkt | fortgeschrittene Spieler mit sauberer Technik |
| ca. 630–660 cm² / 98–102 in² | ausgewogenes Verhältnis aus Kontrolle und Fehlertoleranz | sehr breites Spielerspektrum |
| größer als ca. 660 cm² / 102 in² | größere Trefferzone und häufig mehr Unterstützung | Anfänger, Komfort- und Freizeitspieler |
Die Grenzen sind nur eine praktische Orientierung. Die Kopfgröße allein sagt noch nicht, wie sich ein Schläger spielt.
Ist eine größere Schlagfläche besser?
Nicht grundsätzlich. Eine größere Schlagfläche bietet typischerweise eine größere nutzbare Trefferzone und kann Fehler beim Treffpunkt besser verzeihen. Das kann Anfängern und Spielern mit einem kürzeren oder langsameren Schwung helfen.
Spieler mit hoher Treffgenauigkeit und schneller eigener Beschleunigung bevorzugen dagegen teilweise kleinere Köpfe, weil sie ein direkteres und kontrollierteres Spielgefühl suchen.
Wie schwer sollte ein Tennisschläger sein?
Das Schlägergewicht ist eine der wichtigsten Eigenschaften beim Kauf. Dabei sollte immer darauf geachtet werden, ob der Hersteller das Gewicht unbesaitet oder besaitet angibt. Saite, Overgrip und Vibrationsdämpfer erhöhen das tatsächliche Spielgewicht.
| Unbesaitetes Gewicht | Grobe Einordnung | Typischer Einsatz |
|---|---|---|
| unter 270 g | sehr leicht | komfortorientierte Modelle, Junioren, geringe Kraft |
| 270–285 g | leicht | Anfänger und Freizeitspieler |
| 285–305 g | mittel | breites Spektrum vom Freizeit- bis zum ambitionierten Spieler |
| über 305 g | schwer | eher erfahrene Spieler mit entsprechender Technik und Beschleunigung |
Diese Bereiche sind keine festen Klassen. Sie helfen lediglich bei der Vorauswahl.
Ist ein leichter Tennisschläger besser?
Nein. Ein leichter Schläger lässt sich zwar grundsätzlich leichter beschleunigen und manövrieren. Das bedeutet aber nicht automatisch mehr Ballgeschwindigkeit oder ein besseres Spiel.
Ein höheres Schlägergewicht kann mehr Stabilität beim Treffpunkt bieten. Gleichzeitig muss der Spieler dieses Gewicht über viele Schläge kontrolliert beschleunigen können.
Ein zu schwerer Schläger kann deshalb genauso ungeeignet sein wie ein zu leichter. Statt pauschal möglichst leicht oder möglichst schwer zu kaufen, sollte man nach einem Gewicht suchen, das sich auch nach längerer Spielzeit noch sauber kontrollieren lässt.
Was bedeutet die Balance eines Tennisschlägers?
Die Balance beschreibt, wo der Schwerpunkt des Schlägers liegt. Angegeben wird häufig der Abstand des Balancepunkts vom Griffende in Millimetern oder Zentimetern.

Schematische Darstellung eines grifflastigen, ausgewogenen und kopflastigen Tennisschlägers anhand der Lage des Balancepunkts.
Grundsätzlich unterscheidet man:
| Balance | Schwerpunkt | Typisches Spielgefühl |
|---|---|---|
| grifflastig | stärker Richtung Griff | leichter manövrierbar trotz höherem Gesamtgewicht |
| ausgewogen | etwa mittig | Kompromiss aus Manövrierbarkeit und Masse im Kopf |
| kopflastig | stärker Richtung Schlägerkopf | mehr Masse wirkt beim Schwung im Schlägerkopf |
Deshalb reicht das Gesamtgewicht allein nicht zur Beurteilung aus. Ein schwererer, deutlich grifflastiger Schläger kann sich beim Schwingen handlicher anfühlen als ein leichterer, aber kopflastiger Schläger.
Was ist das Schwunggewicht beim Tennisschläger?

Zwei schematische Tennisschläger mit gleichem Gewicht, aber unterschiedlicher Balance.
Wichtig: Das Gewicht allein sagt nicht, wie leicht oder schwer sich ein Tennisschläger schwingen lässt. Balance, Gewichtsverteilung und Swingweight müssen ebenfalls berücksichtigt werden.
Das Schwunggewicht beziehungsweise Swingweight beschreibt vereinfacht, wie viel Widerstand ein Tennisschläger beim Beschleunigen und Schwingen bietet. Dabei spielt nicht nur die Gesamtmasse eine Rolle, sondern vor allem, wie diese Masse über den Schläger verteilt ist.
Zwei Tennisschläger können deshalb beide 300 Gramm wiegen und sich trotzdem deutlich unterschiedlich schwingen.
Ein höheres Schwunggewicht kann für mehr Stabilität und Masse beim Treffpunkt sorgen. Gleichzeitig wird der Schläger anspruchsvoller zu beschleunigen. Ein niedrigeres Schwunggewicht erleichtert schnelle Bewegungen und die Manövrierbarkeit.
Gerade für fortgeschrittene Spieler ist das Schwunggewicht deshalb oft aussagekräftiger als das reine Gesamtgewicht.
Was bedeutet die Rahmenbreite?
Die Dicke beziehungsweise das Profil des Schlägerrahmens beeinflusst ebenfalls die Spieleigenschaften. Vereinfacht gilt: Ein breiterer Rahmen ist häufig steifer konstruiert und kann den Spieler stärker bei der Ballbeschleunigung unterstützen. Dünnere Rahmen findet man häufig bei kontrollorientierten Schlägern.
Das ist allerdings nur eine Tendenz. Material, Geometrie und Konstruktion des gesamten Rahmens müssen ebenfalls berücksichtigt werden.
Was bedeutet die Rahmenhärte oder Steifigkeit?
Ein Tennisschläger verformt sich beim Ballkontakt. Wie stark er sich dabei biegt, wird häufig über einen Steifigkeitswert beziehungsweise RA-Wert beschrieben.
Ein steiferer Rahmen verformt sich beim Treffpunkt weniger. Ein flexiblerer Rahmen biegt sich stärker und kann sich dadurch weicher oder direkter anfühlen.
Der RA-Wert darf aber nicht isoliert betrachtet werden. Komfort und Belastung werden ebenso von Gewicht, Balance, Schwunggewicht, Saite, Bespannungshärte, Treffpunkt und Schlagtechnik beeinflusst.
Was bedeutet das Besaitungsbild 16×19 oder 18×20?

Vergleich eines offeneren Saitenbilds mit 16 Längs- und 19 Quersaiten und eines dichteren Saitenbilds mit 18 Längs- und 20 Quersaiten.
Angaben wie 16×19 oder 18×20 beschreiben die Anzahl der Längs- und Quersaiten.
| Besaitungsbild | Typische Eigenschaft |
|---|---|
| 16×19 | offeneres Saitenbild, häufig guter Spinzugang und lebendiges Spielgefühl |
| 18×20 | dichteres Saitenbild, häufig kontrollierteres und gleichmäßigeres Spielgefühl |
Diese Faustregel ist nicht absolut. Kopfgröße, tatsächlicher Abstand der Saiten, Rahmenkonstruktion und verwendete Tennissaite beeinflussen das Ergebnis ebenfalls.
Die ITF verlangt für regelkonforme Schläger grundsätzlich eine flache Schlagfläche mit gekreuzten Saiten und einem im Wesentlichen gleichmäßigen Besaitungsmuster.
Welche Griffgröße brauche ich beim Tennisschläger?
Die richtige Griffgröße ist individuell. Übliche Erwachsenenschläger werden häufig in den europäischen Griffgrößen L1 bis L5 angeboten, wobei L2 und L3 im Handel besonders verbreitet sind.
| Griffgröße | US-Größe |
|---|---|
| L1 | 4 1/8″ |
| L2 | 4 1/4″ |
| L3 | 4 3/8″ |
| L4 | 4 1/2″ |
| L5 | 4 5/8″ |
Die früher häufig zu hörende Empfehlung, grundsätzlich den größtmöglichen Griff zu wählen, würde ich heute nicht pauschal übernehmen. Der Griff muss sicher und entspannt in der Hand liegen.
Praktisch wichtig beim Kauf: Einen etwas zu kleinen Griff kann man mit einem Overgrip relativ einfach vergrößern. Einen zu großen Griff nachträglich kleiner zu machen, ist wesentlich schwieriger.
Welche Tennisschläger eignen sich für Anfänger?
Anfänger profitieren meist von einem Schläger, der Fehler beim Treffpunkt nicht übermäßig bestraft und sich ohne großen Kraftaufwand beschleunigen lässt.
Als Ausgangspunkt für erwachsene Anfänger kann man deshalb beispielsweise nach folgenden Eigenschaften suchen:
- Schlagfläche ungefähr 645–690 cm² beziehungsweise 100–107 in²
- unbesaitetes Gewicht ungefähr 270–295 g
- ausgewogene bis leicht kopflastige Balance
- fehlerverzeihende Rahmenkonstruktion
- eher offenes Besaitungsbild wie 16×19
Das sind Orientierungswerte, keine zwingenden Vorgaben. Ein kräftiger sportlicher Anfänger kann beispielsweise problemlos mit einem schwereren Schläger zurechtkommen.
Welcher Tennisschläger eignet sich für fortgeschrittene Spieler?
Mit zunehmender Technik, Treffgenauigkeit und eigener Schlägerbeschleunigung kann ein Spieler stärker auf Kontrolle, Stabilität und individuelles Spielgefühl achten.
Ambitionierte Spieler bewegen sich deshalb häufig in Bereichen um 98 bis 100 in² Kopfgröße und ungefähr 300 Gramm oder mehr unbesaitetem Gewicht. Entscheidend bleibt jedoch der individuelle Schwung.
Ein Spieler mit sehr schnellem, langem Schwung benötigt normalerweise weniger Unterstützung bei der Ballbeschleunigung als ein Spieler mit kurzem und langsamem Schwung.
Welcher Tennisschläger ist bei Tennisarm geeignet?
Bei Beschwerden am Ellenbogen sollte nicht einfach nur nach einem besonders leichten Tennisschläger gesucht werden. Die Belastung entsteht aus dem Zusammenspiel von Technik, Schläger, Gewicht, Balance, Rahmensteifigkeit, Saite und Bespannungshärte.
Ein extrem leichter und gleichzeitig steifer Schläger ist deshalb nicht automatisch armschonend. Ebenso lässt sich nicht pauschal sagen, dass ein möglichst schwerer Schläger einen Tennisarm verhindert.
Wer bereits Schmerzen hat, sollte außerdem nicht versuchen, das Problem ausschließlich durch einen Materialwechsel zu lösen. Anhaltende Beschwerden gehören medizinisch abgeklärt; zusätzlich sollte die Schlagtechnik überprüft werden.
Wie wichtig ist die Tennissaite für den Schläger?
Sehr wichtig. Schläger und Besaitung bilden beim Spielen ein System. Die Saite ist der Teil des Schlägers, der unmittelbar mit dem Ball in Kontakt kommt.
Material, Durchmesser und Spannung der Saite können Komfort, Kontrolle, Spin, Ballgefühl und Haltbarkeit erheblich verändern. Deshalb kann sich derselbe Tennisschläger mit zwei unterschiedlichen Besaitungen überraschend verschieden spielen.
Wer einen neuen Schläger testet, sollte deshalb auch darauf achten, welche Saite mit welcher Bespannungshärte aufgezogen ist. Sonst vergleicht man möglicherweise stärker die Besaitungen als die eigentlichen Schläger.
Tennisschläger-Mythen: Was stimmt wirklich?
Mit jeder neuen Saison werben Hersteller mit neuen Materialien, Rahmenkonstruktionen und Technologien. Verbesserungen sind durchaus möglich. Daraus folgt aber nicht, dass ein Schläger aus der vorherigen Generation plötzlich technisch überholt ist.
Mythos: Ein leichterer Tennisschläger ist immer besser
Falsch. Ein leichter Schläger lässt sich einfacher bewegen, besitzt aber weniger Masse. Ein schwererer Schläger kann stabiler sein, muss aber zuverlässig beschleunigt werden können. Entscheidend ist die Kombination aus Gewicht, Balance und Schwunggewicht.
Mythos: Ein teurer Tennisschläger macht mich automatisch besser
Falsch. Ein hochwertiger Schläger kann sehr gute Spieleigenschaften besitzen. Wenn Gewicht, Kopfgröße oder Balance nicht zum Spieler passen, hilft der Preis jedoch nicht.
Mythos: Der Schläger eines Profis ist für ambitionierte Spieler die beste Wahl
Falsch. Profis haben außergewöhnliche Technik, Timing und körperliche Voraussetzungen. Außerdem entsprechen die tatsächlich gespielten Schläger nicht zwangsläufig exakt dem gleich aussehenden Modell aus dem Handel.
Mythos: Größere Schlagfläche bedeutet automatisch mehr Power
Zu einfach. Eine größere Schlagfläche kann mehr Fehlertoleranz und Unterstützung bieten. Die tatsächliche Ballbeschleunigung hängt aber auch von Rahmenkonstruktion, Gewicht, Schwunggewicht, Besaitung und vor allem vom Spieler ab.
Mythos: Ein Tennisschläger ist nach drei bis fünf Jahren kaputt
So pauschal nicht richtig. Für Tennisschläger gibt es keine allgemeine Lebensdauer von exakt drei oder fünf Jahren. Materialbeanspruchung, Spielhäufigkeit, Besaitungen, Stöße und Lagerung unterscheiden sich erheblich.
Ein unbeschädigter älterer Schläger muss deshalb nicht allein aufgrund seines Alters ersetzt werden. Risse, strukturelle Schäden oder deutlich veränderte Spieleigenschaften sind dagegen Gründe, den Rahmen genauer zu prüfen.
Wie lange hält ein Tennisschläger?
Eine feste Lebensdauer lässt sich nicht seriös angeben. Ein Freizeitspieler, der einmal pro Woche spielt, beansprucht seinen Rahmen völlig anders als ein Turnierspieler mit mehreren Trainingseinheiten pro Woche.
Die Belastung entsteht unter anderem durch Ballkontakte, Besaitung und Neubespannung, Bodenkontakte, Temperaturschwankungen und sonstige mechanische Beanspruchungen.
Ein Tennisschläger sollte genauer kontrolliert werden, wenn:
- Risse im Rahmen sichtbar sind,
- ungewöhnliche Geräusche aus dem Rahmen kommen,
- der Rahmen sichtbar verformt ist,
- Ösen oder Ösenband stark beschädigt sind oder
- sich das Spielgefühl ohne andere erkennbare Ursache deutlich verändert hat.
Wie findet man den richtigen Tennisschläger?
Technische Daten helfen dabei, die Auswahl von vielleicht hundert Schlägern auf einige geeignete Modelle zu reduzieren. Die endgültige Entscheidung sollte aber möglichst auf dem Tennisplatz fallen.
Ein sinnvoller Ablauf ist:
- Eigenes Spielniveau und Spielweise einschätzen.
- Passenden Bereich für Gewicht und Kopfgröße festlegen.
- Balance und Schwunggewicht berücksichtigen.
- Drei bis fünf passende Modelle auswählen.
- Testschläger möglichst mit vergleichbarer Besaitung spielen.
- Nicht nur zehn Minuten testen, sondern Grundschläge, Aufschlag, Return und Volley ausprobieren.
- Darauf achten, wie sich der Schläger auch nach längerer Spielzeit anfühlt.
Was sollte man beim Test eines Tennisschlägers beachten?
Der beste Test ist ein direkter Vergleich unter möglichst ähnlichen Bedingungen. Spiele verschiedene Schläger möglichst mit denselben Bällen und am selben Tag.
Bewerte nicht nur, mit welchem Schläger der härteste einzelne Schlag gelingt. Interessanter ist, mit welchem Modell Du über längere Zeit konstant Länge, Richtung, Spin und Treffpunkt kontrollieren kannst.
Achte außerdem auf Aufschlag und Return. Ein Schläger, der sich von der Grundlinie hervorragend anfühlt, kann beispielsweise beim Aufschlag zu schwer oder beim Return zu instabil wirken.
Wie viele Tennisschläger braucht man?
Für Freizeitspieler reicht grundsätzlich ein Tennisschläger. Wer regelmäßig Mannschaftsspiele oder Turniere bestreitet, sollte allerdings einen zweiten möglichst identischen Schläger dabeihaben.
Eine Saite kann jederzeit reißen. Zwei unterschiedliche Ersatzschläger mit anderem Gewicht, anderer Balance oder anderer Besaitung können sich mitten im Match deutlich bemerkbar machen.
Wer mehrere Exemplare desselben Modells kauft, sollte wissen, dass bei Serienprodukten Fertigungstoleranzen auftreten können. Gewicht und Balance zweier nominell identischer Schläger können daher leicht voneinander abweichen. Anspruchsvolle Spieler lassen mehrere Schläger deshalb teilweise vermessen und aufeinander abstimmen.
Was kostet ein guter Tennisschläger?
Der Preis allein ist kein zuverlässiges Qualitätsmerkmal für den einzelnen Spieler. Aktuelle Spitzenmodelle sind meist teuer, während Vorgängermodelle nach einem Modellwechsel teilweise deutlich günstiger angeboten werden.
Ein technisch passender Schläger aus der vorherigen Modellgeneration kann deshalb die bessere Wahl sein als ein aktuelles und teureres Modell, das nicht zum eigenen Spiel passt.
Beim Preisvergleich sollte außerdem darauf geachtet werden, ob der Schläger besaitet oder unbesaitet angeboten wird. Eine hochwertige Besaitung verursacht zusätzliche Kosten.
Häufige Fragen zu Tennisschlägern
Welcher Tennisschläger ist für Anfänger geeignet?
Für erwachsene Anfänger sind häufig fehlerverzeihende Schläger mit etwa 645 bis 690 cm² Schlagfläche und ungefähr 270 bis 295 Gramm unbesaitetem Gewicht ein sinnvoller Ausgangspunkt. Körperliche Voraussetzungen und Technik müssen aber individuell berücksichtigt werden.
Wie schwer sollte ein Tennisschläger sein?
Das hängt von Technik, Kraft und Schwung ab. Viele Erwachsenenschläger liegen unbesaitet ungefähr zwischen 270 und 310 Gramm. Ein Schläger sollte so schwer sein, dass er stabil spielt, sich aber auch nach längerer Spielzeit noch kontrolliert beschleunigen lässt.
Ist ein leichter oder schwerer Tennisschläger besser?
Keines von beidem ist grundsätzlich besser. Leichte Schläger sind einfacher zu bewegen. Mehr Gewicht kann dagegen Stabilität beim Treffpunkt bieten. Balance und Schwunggewicht sind zusätzlich entscheidend.
Welche Kopfgröße sollte ein Tennisschläger haben?
100 in² beziehungsweise rund 645 cm² sind bei modernen Erwachsenenschlägern sehr verbreitet und ein guter Ausgangspunkt. Größere Köpfe bieten tendenziell mehr Fehlertoleranz, kleinere Köpfe werden häufiger von Spielern gewählt, die hohe Treffgenauigkeit und ein kontrollorientiertes Spiel suchen.
Was bedeutet 100 in² beim Tennisschläger?
100 in² bezeichnet eine Schlagfläche von 100 Quadratzoll. Das entspricht ungefähr 645 cm² und ist eine sehr verbreitete Kopfgröße bei modernen Tennisschlägern.
Was bedeutet 300 g unbesaitet?
Das angegebene Gewicht bezieht sich auf den Schläger ohne Tennissaite. Nach Besaitung sowie gegebenenfalls Overgrip und Vibrationsdämpfer liegt das tatsächliche Spielgewicht höher.
Was bedeutet kopflastig und grifflastig?
Bei einem kopflastigen Schläger liegt mehr Masse Richtung Schlägerkopf. Bei einem grifflastigen Schläger liegt der Schwerpunkt näher am Griff. Dadurch können sich zwei gleich schwere Schläger beim Schwingen deutlich unterschiedlich anfühlen.
Was ist das Schwunggewicht?
Das Schwunggewicht beschreibt vereinfacht den Widerstand des Tennisschlägers beim Schwingen. Neben dem Gesamtgewicht ist dafür entscheidend, wie die Masse über den Schläger verteilt ist.
Was bedeutet 16×19 beim Tennisschläger?
16×19 bezeichnet ein Besaitungsmuster mit 16 Längs- und 19 Quersaiten. Es ist ein verbreitetes, vergleichsweise offenes Besaitungsbild und bietet häufig guten Zugang zu Spin.
Was ist besser: 16×19 oder 18×20?
Das hängt vom Spieler ab. 16×19 ist tendenziell offener und spinfreundlicher, während 18×20 dichter ist und häufig kontrollierter empfunden wird. Kopfgröße, Saitenabstände und Besaitung beeinflussen die Eigenschaften ebenfalls.
Welche Griffgröße brauche ich?
Der Griff sollte sicher und entspannt in der Hand liegen. Bei Erwachsenen sind L2 und L3 häufig anzutreffen, die richtige Größe hängt aber von der Hand ab. Im Zweifel ist ein etwas kleinerer Griff praktischer, da er sich mit einem Overgrip vergrößern lässt.
Wie lange hält ein Tennisschläger?
Es gibt keine feste Lebensdauer. Spielhäufigkeit, Besaitungen, Belastung, Stöße und Lagerung beeinflussen den Verschleiß. Ein unbeschädigter Schläger muss nicht allein wegen seines Alters ausgetauscht werden.
Wie viele Tennisschläger braucht man?
Für gelegentliches Freizeitspiel reicht grundsätzlich ein Schläger. Mannschafts- und Turnierspieler sollten einen zweiten möglichst identischen Schläger dabeihaben, falls beispielsweise während eines Matches eine Saite reißt.
Welcher Tennisschläger ist bei Tennisarm geeignet?
Es gibt keinen einzelnen Schlägertyp, der einen Tennisarm zuverlässig verhindert. Gewicht, Balance, Schwunggewicht, Rahmensteifigkeit, Saite, Bespannungshärte und Technik beeinflussen gemeinsam die Belastung. Bei anhaltenden Schmerzen sollte die Ursache medizinisch und technisch abgeklärt werden.
Sollte man einen Tennisschläger vor dem Kauf testen?
Ja. Technische Daten helfen bei der Vorauswahl, können einen Praxistest aber nicht ersetzen. Idealerweise werden mehrere Schläger unter ähnlichen Bedingungen mit vergleichbarer Besaitung direkt miteinander verglichen.
Sind die Tennisschläger der Profis dieselben wie im Geschäft?
Nicht zwangsläufig. Optisch können Profischläger aktuellen Handelsmodellen entsprechen, während Rahmen, Gewicht, Balance, Griff oder individuelle Anpassungen davon abweichen. Deshalb sollte ein Schläger nicht allein deshalb gekauft werden, weil ein bestimmter Profi damit wirbt oder ein optisch gleiches Modell spielt.
Wie lang darf ein Tennisschläger maximal sein?
Nach den Tennisregeln der ITF darf ein Tennisschläger maximal 73,7 cm beziehungsweise 29 Zoll lang sein.
Robert Hartl hat den Artikel Tennisschläger zuletzt am 12. Oktober 2026 aktualisiert.
Robert Hartl gründete Tennis Weblog 2007. In über 500 Beiträgen teilt er sein Tennis-Wissen als langjähriger Tennis-Spieler, Tennis-Trainer und Tennis-Fan. Tennis Weblog ist eine der bekanntesten deutschsprachigen Tennis-Webseiten mit über einer halben Million Besuchern pro Jahr. Wir lieben Tennis - von Tennis-Fans für Tennis-Fans. mehr zur Redaktion
1 Joachim 13. Oktober 2013 um 20:36 Uhr
gefällt mir- der Autor hat Ahnung vom Material und schreibt verständlich.
Ich spiele selbst seit über 30 Jahren bin jetzt 50 und in der Bayernliga als Spieler der zweihöchsten Klasse in Bayern meiner Alterstufe durchaus mit dem Tennissport gut vertraut.
2 Robert Hartl 14. Oktober 2013 um 08:14 Uhr
Danke Joachim.
3 Joachim 20. Oktober 2013 um 17:23 Uhr
Nein kenne ich noch nicht- schau ich mir aber gerne an! Ich bin immer noch unschlüssig, welchen Schläger ich nehmen soll- Grifflastig- hab mir erst meinen Arm operieren lassen- komme mit dem Schläger aber sehr gut zurecht (Babolat Pure-Drive GT) da ich auch zusätzlich noch Schulterprobleme habe, möchte ich nicht wieder auf leichtere Schläger umsteigen.
Was rätst Du Robert
4 Robert Hartl 21. Oktober 2013 um 11:26 Uhr
Schwer zu beurteilen. Gewicht hilft beim Schwung und reduziert den Aufprallschock beim Treffpunkt, belastet aber Muskeln, Sehnen und Gelenke mehr. Je nach Technik und Trainingszustand ergibt sich so ein Rahmen von Kriterien, welche der Schläger erfüllen muss.
Der Pure Drive GT hat beispielsweise eine gute Dämpfung bei sehr guter Beschleunigung und guter Spinannahme. Mit ca. 300g bietet er einen guten Kompromiss zwischen Gewicht und Handling. Daher ist das Racket auch so beliebt.
5 Daniel 12. November 2013 um 22:22 Uhr
Hi Robert,
sehr interessanter Artikel! Ich habe seit ein paar Monaten mit Schulterproblemen (beim Aufschlag) zu kämpfen und überlege mir den Schläger zu wechseln. Spiele momentan noch einen alten head microgel radical pro und überlege mir den völkl powerbridge 10 mid zuzulegen (da weniger steif und schwer). Was denkst du darüber?
6 Robert Hartl 13. November 2013 um 08:48 Uhr
Hi Daniel,
das ist nicht einfach zu beantworten.
Grundsätzlich hilft ein etwas schwererer Schläger beim Aufschlag, was allerdings je nach Technik auch nachteilige Auswirkungen auf die Schulter haben kann.
7 Marcus Jelenski 20. Februar 2015 um 13:48 Uhr
Hallo Robert,
ich lese den Artikel immer wieder gerne, immer wenn ich darüber nachdenke, meine K-Blades zu erneuern.
Mir ist aufgefallen, dass die Referenz auf Federer nun nicht mehr stimmt, da er jetzt tatsächlich einen neuen Schläger benutzt und der Wilson Pro Staff RF97 (Autograph) allein schon des Gewichtes wegen nah an seinen „echten“ Schläger kommen sollte.
Liebe Grüße,
Marcus
8 Robert Hartl 20. Februar 2015 um 14:03 Uhr
Hallo Marcus,
stimmt, Federer ist damit zumindest dem Anschein nach markenpolitisch kein Blender mehr. Auch Andy Murray spielt nun einen Head Prestige, der auch als solcher lackiert ist (nicht mehr als Radical lackiert).
Dennoch dürften praktisch alle Topspieler individuell angepasste Rackets spielen. Selbst Rainer Schüttler hatte einen Schläger mit einer am Markt gar nicht erhältlichen Kopfgröße usw.
9 Sebastian 11. Oktober 2016 um 20:29 Uhr
Guter Artikel, danke für die Tipps!
10 mcd 16. Oktober 2017 um 09:11 Uhr
Hallo Robert,
Kontrolle steht bei gutem Spielstil nach Aussagen vieler im Vordergrund – da werden kleine Schläger empfohlen. Andererseits gibt es Profis die mit großen Schlägern spielen – wie etwa Williams Blade 104. oder Nadal Babolat Drive Play. Gerade bei extremem Topspin führt ein zu kleiner Schläger eben doch häufig zum suboptimalen Treffpunkt. Ich glaube, dass viele Spieler ihre Schlaggenauigkeit überschätzen und besser zu einem größeren Schläger greifen sollten. Was ist deine Meinung dazu?
11 Robert Hartl 16. Oktober 2017 um 09:13 Uhr
Das sehe ich ähnlich, da die meisten Spieler das eigene Können bzw. die eigene Präzision im Spiel überschätzen. Wer mal versucht nur im Doppelkorridor Bälle zu schlagen, wird merken, dass etwas bessere Präzision durch den Schläger wohl vernachlässigbar ist. Hier geht es mehr um Kontrolle, Armschonung, Beschleunigung und vermutlich Marke/ Optik.
12 Peter Konrad 11. Mai 2019 um 19:50 Uhr
Gibt es überhaupt noch mehrere echte Hersteller oder stammen die meisten Schläger aus der gleichen Fabrik und erhalten nur verschiedene Labels?
13 Pascal 2. August 2019 um 09:15 Uhr
Sehr guter Artikel!
Ich bin etwas verzweifelt den richtigen Schläger für mich zu finden. Vor 12 Jahren hatte ich eine Schulter OP und damit immer etwas Probleme mit der Schulter (Supraspinatussehne). Ich habe eigentlich immer schwere Schläger (320g) mit kleinerem Kopf (630) gespielt. Ich spiele einhändige Rückhand (Im Match oft Slice) und recht extremem Vorhand Topspingriff. Ich liebe es Serve & Volley zu spielen und allgemein das Volleyspiel.
Aktuelle spiele ich den Tecnifibre T-Fight 320 XTC. Ich habe das Gefühl, dass damit die Schmerzen schlimmer wurden.
Ich habe jetzt den neuen Wilson Clash 100 Tour getestet, von dem alle reden, da eher Grifflastig und geringe Rahmenhärte. Aber Volleys sind mit dem Schläger sehr schlecht zu spielen. Auch das allgemeine Gefühl „nichts“ in der Hand zu haben….
Vielleicht habt ihr ja einen Vorschlag/Empfehlung für mich….
Danke!
14 Robert Hartl 2. August 2019 um 11:07 Uhr
Hallo Pascal,
danke und gute Frage. Schwierig pauschal hilfreich zu beantworten.
Ich würde tendenziell eher auf Schonung und Beschleunigung des Schlägers setzen, weil Du damit Schulter, Arm usw. entlastest. D.h. höhere Rahmenstärken (Dicke, ab ca. 24mm) und eher größere Schlagfläche (ab 645 qcm). Damit sollte man auch mit einem Gewicht um 270-285 g ganz ordentlich spielen können.
Aus meiner Erfahrung machen auch die Saiten sowie deren Alter viel aus für die Schwingungen und Armschonung. Da würde ich eher auf dünne Durchmesser gehen (Achtung: ggf. hoher Verschleiß) und vielleicht auch elastischere Saiten testen.
15 Pascal 2. August 2019 um 14:08 Uhr
Hallo Robert
Vielen Dank für deine schnelle und qualifizierte Antwort. Dann ist es wohl Zeit, sich mit 41 von den schweren Schlägern zu verabschieden 🙂 Aber in diese Richtung habe ich jetzt auch schon geschaut. Tendenziell auch eher 16/19 Saitenbild statt 18/20.
Ich lebe halt nach wie vo von meinem Aufschlag und Volleyspiel.
Ich werde dann noch etwas rumexperementieren, denn an mir selbst kann es natürlich nie liegen 😉
16 Robert Hartl 2. August 2019 um 16:21 Uhr
Gern. Tendenziell würde ich versuchen bei guter Technik beim Gewicht nicht zu leicht zu werden. Bei gutem Schwung ist hier oftmals knapp 300g besser als 275g etc.
Viel Erfolg!
17 Ronny Schneider 9. Juli 2023 um 17:57 Uhr
Hallo,
ich glaube es ist wichtig sich mit der Zeit weiter zu entwickeln und regelmäßig zu hinterfragen, ob der Schläger noch der richtige ist. Nicht nur die eigenen Fähigkeiten entwickeln sich weiter. Genauso das Material aus dem die Schläger hergestellt werden.
Zudem bekommen wir mit steigendem Alter hier und dort Wehwehchen, die ganz normal sind. Dann macht es durchaus Sinn darüber nachzudenken, Modell oder Besaitung zu wechseln.
Im Amateurbereich ist es auch oft die Unwissenheit. Die Hobbyspieler machen sich kaum Gedanken darüber, was gespielt wird. Stattdessen wird irgendwas gekauft. Im Zweifel das was der Trainer empfielt oder der Mannschaftskollege. Nur ist das eben häufig nicht die optimale Wahl.
So war es unter Anderem auch bei mir. Bis ich irgendwann meinen Schläger nochmal hinterfragt habe. Dann testete ich etliche Leihschläger und verglich diese über Wochen / Monate. Worüber ich einen umfassenden Blogartikel verfasst habe: https://www.sandplatz-tennis.de/2494/umstieg-wilson-ultra-100-v4/
Dort habe ich meine Erfahrung, meine Entscheidung und die Beweggründe näher erläutert. Und ich bin im Nachhinein glücklich darüber diesen Test durchgeführt zu haben. Damit hat sich mein Spiel und meine Einstellung zum Equipment verändert. Jetzt bin ich ebenfalls über Besaitungen informiert und mein Arm dankt es mir letztlich ebenfalls.
Viele Grüße
Ronny