Besaitungsmaschinen
Eine eigene Besaitungsmaschine macht Dich unabhängig vom Besaitungsservice und ermöglicht es Dir, Tennissaiten, Saitenstärken und Bespannungshärten selbst auszuprobieren. Doch welche Besaitungsmaschine ist die richtige? Hebelarm, Kurbel oder elektronisch? Und worauf kommt es bei Zangen, Aufspannung und Zugsystem wirklich an?
Kurz erklärt: Für gelegentliches Besaiten kann bereits eine solide Hebelarmmaschine ausreichen. Wer häufiger besaitet und mehr Komfort möchte, profitiert von einer guten Kurbel- oder elektronischen Maschine. Entscheidend ist nicht nur das Zugsystem: Eine stabile Konstruktion, gute Zangen, eine sichere Schlägeraufnahme und reproduzierbares Arbeiten sind mindestens genauso wichtig.
Was ist eine Besaitungsmaschine?
Mit einer Besaitungsmaschine werden die Saiten eines Tennisschlägers mit einer definierten Zugkraft gespannt und im Schlägerrahmen fixiert. Die Maschine übernimmt dabei im Wesentlichen drei Aufgaben:
- Sie fixiert den Tennisschläger während des Besaitens.
- Sie spannt jede Saite mit der eingestellten Zugkraft.
- Sie ermöglicht es, die gespannte Saite mit Zangen festzuhalten, bis die nächste Saite gespannt wird.
Besaitungsmaschinen unterscheiden sich vor allem durch das Zugsystem, die Schlägeraufnahme, das Zangensystem und den Bedienkomfort.
Welche Arten von Besaitungsmaschinen gibt es?

Schematischer Vergleich von Hebelarm-, Kurbel- und elektronischer Besaitungsmaschine.
Für Tennisschläger sind vor allem drei Bauarten relevant: Hebelarmmaschinen, Kurbelmaschinen und elektronische Besaitungsmaschinen.
| System | Zugprinzip | Stärken | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Hebelarm | Gewicht und Hebel | einfach, robust, ohne Strom | Hobbyspieler, Einsteiger, gelegentliches Besaiten |
| Kurbel | mechanischer Zug mit Kurbel | schnell, komfortabel, ohne Strom | regelmäßiges Besaiten, Verein |
| Elektronisch | elektronischer Zugmotor | komfortabel, reproduzierbar, Zusatzfunktionen möglich | häufiges Besaiten, ambitionierte Spieler, Besaitungsservice |
Hebelarm-Besaitungsmaschine
Bei einer Hebelarmmaschine wird die Zugkraft durch ein verschiebbares Gewicht an einem Hebel erzeugt. Das Gewicht wird entsprechend der gewünschten Bespannungshärte positioniert und die Saite anschließend gespannt.
Ein verbreitetes Missverständnis ist, dass Hebelarmmaschinen grundsätzlich ungenau seien. Bei einer guten Maschine und korrekter Bedienung lässt sich auch mit diesem einfachen mechanischen Prinzip reproduzierbar arbeiten. Die Bedienung ist allerdings langsamer und erfordert etwas mehr Routine.
Vorteile
- vergleichsweise einfache Mechanik
- kein Stromanschluss erforderlich
- wenig Elektronik, die ausfallen kann
- für den privaten Gebrauch gut geeignet
- häufig relativ kompakt
Nachteile
- langsamer als komfortable elektronische Systeme
- korrekte Bedienung des Hebels ist wichtig
- weniger Komfort- und Zusatzfunktionen
- Qualität von Zangen und Mechanik unterscheidet sich je nach Maschine deutlich
Für wen sinnvoll? Wenn Du nur Deine eigenen Schläger und vielleicht gelegentlich die von Freunden besaitest, kann eine solide Hebelarmmaschine völlig ausreichend sein. Ein elektronischer Zugkopf ist für eine gute Besaitung nicht zwingend erforderlich.
Kurbel-Besaitungsmaschine
Bei einer Kurbelmaschine wird die Saite über eine Handkurbel gespannt. Ist die eingestellte Zugkraft erreicht, stoppt beziehungsweise arretiert der Mechanismus.
Das ermöglicht ein zügiges Arbeiten ohne Stromanschluss. Klassische Kurbelmaschinen arbeiten üblicherweise nach dem sogenannten Lockout-Prinzip: Ist die eingestellte Zugkraft erreicht, zieht die Maschine nicht kontinuierlich weiter nach.
Vorteile
- schnelles mechanisches Arbeiten
- kein Strom erforderlich
- komfortabler als viele einfache Hebelarmmaschinen
- robuste Systeme erhältlich
Nachteile
- meist kein echtes elektronisches Constant Pull
- Mechanik sollte regelmäßig kontrolliert werden
- Qualität und Zustand der Mechanik beeinflussen das Ergebnis
Elektronische Besaitungsmaschine
Elektronische Maschinen erzeugen die Zugkraft mit einem elektrisch gesteuerten Zugkopf. Gute Systeme ermöglichen eine sehr komfortable und reproduzierbare Einstellung der gewünschten Zugkraft.
Viele aktuelle elektronische Maschinen arbeiten mit Constant Pull. Dabei hält beziehungsweise korrigiert der Zugmechanismus die eingestellte Zugkraft, solange die Saite noch nicht abgeklemmt wurde. Je nach Maschine kommen Funktionen wie Pre-Stretch, unterschiedliche Zuggeschwindigkeiten, Speicherplätze oder eine Knotenfunktion hinzu.
Vorteile
- komfortable Bedienung
- schnelles Arbeiten
- sehr gut reproduzierbare Zugvorgänge möglich
- Constant Pull bei entsprechenden Modellen
- je nach Modell Pre-Stretch und weitere Einstellungen
Nachteile
- höhere Anschaffungskosten
- Stromanschluss erforderlich
- Elektronik und Motor erhöhen die technische Komplexität
- professionelle Standmaschinen können groß und schwer sein
Was bedeutet Constant Pull?

Schematische Darstellung des Unterschieds zwischen einem Constant-Pull-Zugsystem und einem Lockout-Zugsystem beim Besaiten eines Tennisschlägers.
Eine Tennissaite dehnt sich während des Spannens. Ein Constant-Pull-System reagiert darauf und zieht nach, um die eingestellte Zugkraft während des Zugvorgangs aufrechtzuerhalten.
Ein klassisches Lockout-System beendet dagegen den aktiven Zug, sobald die eingestellte Kraft erreicht wurde. Dehnt sich die Saite danach weiter, wird nicht automatisch nachgezogen.
Wichtig: Zwei Maschinen können auf denselben Kilogrammwert eingestellt sein und trotzdem nicht zwangsläufig ein identisches Saitenbett erzeugen. Zugsystem, Arbeitsgeschwindigkeit, Zangen, Saite und Besaitungstechnik beeinflussen das Ergebnis. Deshalb sollten Bespannungswerte immer zusammen mit dem verwendeten Verfahren betrachtet werden.
Was ist Pre-Stretch?
Pre-Stretch bedeutet, dass eine Saite beim Besaiten gezielt vorgedehnt wird. Elektronische Maschinen können dafür je nach Modell kurzzeitig mit einer höheren Zugkraft arbeiten, bevor auf den eingestellten Wert geregelt wird.
Ob Pre-Stretch sinnvoll ist, hängt von der verwendeten Saite und dem gewünschten Ergebnis ab. Die Funktion sollte deshalb nicht automatisch bei jeder Saite verwendet werden.
2-Punkt- oder 6-Punkt-Aufspannung?

Schematischer Vergleich einer Tennisschläger-Aufspannung mit zwei und sechs Auflagepunkten.
Während des Besaitens wirken erhebliche Kräfte auf den Schlägerrahmen. Deshalb muss der Schläger sicher und passend in der Maschine fixiert werden.
Bei Besaitungsmaschinen finden sich unterschiedliche Aufspannsysteme. Häufig werden sie als 2-Punkt- oder 6-Punkt-System bezeichnet. Mehr Auflagepunkte bedeuten nicht automatisch eine bessere Besaitung. Entscheidend ist, dass das System den Rahmen sicher hält, ihn nicht beschädigt und die vorgesehenen Auflagepunkte korrekt eingestellt werden.
Beim Kauf wichtiger als die reine Zahl: Die Schlägeraufnahme sollte stabil, gut einstellbar und für Deine Schläger geeignet sein. Der Rahmen darf während des Besaitens weder verrutschen noch unnötig gequetscht werden.
Wie wichtig sind die Zangen?
Sehr wichtig. Die Zange hält eine bereits gespannte Saite fest, während die nächste Saite gespannt wird. Rutscht die Saite durch die Zange oder bewegt sich die Zangenbasis, geht Spannung verloren.
Gute Zangen sollten:
- die Saite zuverlässig halten,
- die Saite dabei nicht beschädigen,
- sich an unterschiedliche Saitendurchmesser anpassen lassen,
- leicht erreichbar und bedienbar sein.
Bei hochwertigen Maschinen sind häufig fest montierte Zangen vorhanden. Einfache Maschinen können dagegen mit sogenannten Flying Clamps beziehungsweise schwimmenden Zangen arbeiten, die sich beim Klemmen an einer benachbarten Saite abstützen.
Feste oder schwimmende Zangen?
| Zangensystem | Eigenschaften |
|---|---|
| Feste Zangen | an der Maschine geführt; komfortabel und bei guter Konstruktion sehr präzise positionierbar |
| Schwimmende Zangen | nicht fest mit dem Drehteller verbunden; einfacher und günstiger, Bedienung unterscheidet sich |
Was ist bei der Schlägeraufnahme wichtig?
Der Schläger sollte vor dem ersten Zug korrekt zentriert und sicher befestigt sein. Gleichzeitig darf der Rahmen nicht unnötig stark eingespannt werden.
Die Auflagen sollten zum Rahmen passen und so positioniert sein, dass sie weder Ösen noch Saitenlöcher unnötig blockieren. Gerade beim Kauf einer gebrauchten Maschine lohnt es sich zu prüfen, ob alle Auflagen vollständig vorhanden, frei beweglich und unbeschädigt sind.
Muss eine Besaitungsmaschine kalibriert werden?
Bei Besaitungsmaschinen, deren Zugsystem kalibrierbar ist, sollte die tatsächlich erzeugte Zugkraft bei Bedarf mit einem geeigneten Kalibrator überprüft werden. Hersteller elektronischer Maschinen sehen dafür teilweise eigene Kalibrierungsverfahren vor.
Zeigt beispielsweise eine elektronische Maschine 25 kg an, bedeutet das nicht automatisch, dass ein schlecht gewartetes oder verstelltes System tatsächlich exakt mit diesem Wert zieht.
Welche Besaitungsmaschine ist für Anfänger geeignet?
Für einen Einsteiger muss es nicht sofort eine elektronische Profimaschine sein. Wenn Du zunächst Deine eigenen Schläger besaiten möchtest, ist eine solide mechanische Maschine eine sinnvolle Möglichkeit, die Technik zu lernen.
Wichtiger als möglichst viele Funktionen sind:
- stabile Konstruktion,
- zuverlässige Zangen,
- sichere Schlägeraufnahme,
- sauber arbeitendes Zugsystem,
- verfügbare Ersatzteile und Verschleißteile,
- verständliche Bedienungsanleitung.
Wann lohnt sich eine elektronische Besaitungsmaschine?
Je häufiger Du besaitest, desto wichtiger werden Geschwindigkeit und Bedienkomfort. Besaitest Du regelmäßig mehrere Schläger, für Mannschaftskollegen oder im Verein, kann eine elektronische Maschine deshalb einen deutlichen Komfortgewinn bringen.
Für wenige eigene Schläger im Jahr ist sie dagegen nicht zwingend notwendig. Eine gut bediente mechanische Maschine kann dafür vollkommen ausreichen.
Wie lange dauert das Besaiten eines Tennisschlägers?
Als Anfänger solltest Du Dir ausreichend Zeit nehmen. Geschwindigkeit ist beim Lernen zweitrangig. Mit zunehmender Routine wird der Ablauf deutlich schneller.
Wie lange eine Besaitung dauert, hängt unter anderem von der Maschine, dem Schläger, dem Saitenmuster, der Saite, der Besaitungsmethode und der Erfahrung des Besaiters ab. Eine pauschale Zeitangabe ist deshalb wenig sinnvoll.
Ist das Besaiten eines Tennisschlägers schwierig?
Die Grundlagen lassen sich mit etwas Geduld lernen. Fehler können jedoch das Besaitungsergebnis verschlechtern oder im ungünstigen Fall Saite oder Schläger beschädigen.
Für die ersten Versuche empfiehlt sich deshalb ein älterer Schläger. Vorher solltest Du außerdem das korrekte Besaitungsmuster des jeweiligen Schlägermodells kennen.
Für Einsteiger: Nicht mit dem wertvollsten Schläger beginnen. Erst Aufspannung, Zangen, Zugmechanismus, Knoten und die richtige Reihenfolge der Saiten an einem unkritischen Schläger üben.
Was braucht man zusätzlich zur Besaitungsmaschine?
Je nach Maschine ist ein Teil des Werkzeugs bereits enthalten. Zur typischen Grundausstattung gehören unter anderem:
- geeignete Zangen beziehungsweise die Maschinenzangen,
- Seitenschneider zum Abschneiden der Saite,
- Spitzzange oder vergleichbares Werkzeug,
- Ahle beziehungsweise geeignetes Besaitungswerkzeug,
- bei Bedarf Startklemme,
- bei Bedarf Zugkraft-Kalibrator.
Eine Startklemme ist nicht für jede Besaitungsmethode zwingend erforderlich, kann aber zahlreiche Arbeitsschritte erleichtern.
Wie viel Platz braucht eine Besaitungsmaschine?
Tischmaschinen sind vergleichsweise kompakt, benötigen während des Besaitens aber trotzdem genügend freien Raum, damit sich der Drehteller beziehungsweise der eingespannte Schläger bewegen lässt.
Standmaschinen benötigen einen festen Platz, bieten dafür häufig eine angenehmere Arbeitshöhe. Wer oft besaitet, sollte die Ergonomie nicht unterschätzen.
Wie viel kostet eine gute Besaitungsmaschine?
Die Preise unterscheiden sich erheblich nach Bauart, Ausstattung und Hersteller. Einfache mechanische Tischmaschinen liegen deutlich unter hochwertigen elektronischen Standmaschinen, die bis in den professionellen Bereich reichen.
Statt sich an einem festen Mindestpreis zu orientieren, solltest Du Ausstattung und Verarbeitungsqualität vergleichen. Preise verändern sich außerdem im Laufe der Zeit, weshalb eine konkrete Euro-Grenze schnell veraltet.
Wann lohnt sich eine eigene Besaitungsmaschine finanziell?
Das lässt sich einfach überschlagen. Entscheidend sind der Kaufpreis der Maschine und die Arbeitskosten, die Du bei einer externen Besaitung sparst. Die Kosten der Tennissaite fallen grundsätzlich auch beim Selbstbesaiten an.
Beispiel: Kostet eine Maschine 600 Euro und sparst Du pro selbst besaitetem Schläger 20 Euro reine Besaitungsarbeit, wären rechnerisch 30 Besaitungen nötig, um den Kaufpreis auszugleichen. Wartung, Werkzeug, mögliche Ersatzteile und Deine eigene Arbeitszeit sind dabei noch nicht berücksichtigt.
Für viele Spieler ist die finanzielle Ersparnis allerdings nicht der einzige Vorteil. Du kannst jederzeit neu besaiten und wesentlich einfacher verschiedene Saiten und Bespannungshärten testen.
Neue oder gebrauchte Besaitungsmaschine kaufen?
Eine hochwertige gebrauchte Maschine kann interessant sein, weil viele mechanische Komponenten sehr langlebig sind. Vor dem Kauf solltest Du den Zustand jedoch genau prüfen.
Bei einer gebrauchten Maschine prüfen
- Funktioniert das Zugsystem sauber?
- Lässt sich die Zugkraft überprüfen beziehungsweise kalibrieren?
- Halten die Zangen zuverlässig?
- Laufen Zangenbasis und Drehteller sauber?
- Sind alle Teile der Schlägeraufnahme vorhanden?
- Gibt es Beschädigungen oder starkes Spiel in beweglichen Teilen?
- Sind Ersatzteile für das Modell erhältlich?
- Funktionieren bei elektronischen Maschinen Display, Tasten und Zugmotor?
Worauf sollte man beim Kauf achten?
Statt nur zwischen „manuell“ und „elektronisch“ zu unterscheiden, solltest Du die gesamte Maschine betrachten:
- Zugsystem: Hebelarm, Kurbel oder elektronischer Zug?
- Zangen: Halten sie unterschiedliche Saiten zuverlässig, ohne sie zu beschädigen?
- Zangenbasis: Lässt sie sich leicht bewegen und zuverlässig arretieren?
- Schlägeraufnahme: Wird der Rahmen sicher und schonend fixiert?
- Drehteller: Ist genügend Bewegungsfreiheit vorhanden?
- Ergonomie: Passt Arbeitshöhe und Bedienung zu häufigem Besaiten?
- Kalibrierung: Kann die Zugkraft kontrolliert beziehungsweise eingestellt werden?
- Ersatzteile: Sind Zangen, Auflagen und andere Verschleißteile erhältlich?
- Service: Gibt es bei einem elektronischen Modell Reparaturmöglichkeiten?
Meine Empfehlung: Lieber eine solide Maschine mit guten Zangen und zuverlässiger Mechanik als ein vermeintliches Schnäppchen mit vielen Funktionen. Für die Qualität Deiner Besaitung sind die grundlegenden mechanischen Komponenten entscheidend.
Meine Erfahrung mit einer eigenen Besaitungsmaschine
Ich selbst habe über viele Jahre eine vergleichsweise einfache manuelle Tischmaschine verwendet. Bei meiner Maschine habe ich später bessere Zangen nachgerüstet. Ansonsten hat sie bei sorgfältigem Umgang zuverlässig funktioniert.
Gerade für Hobbyspieler ist das ein wichtiger Punkt: Eine Besaitungsmaschine muss nicht automatisch teuer oder elektronisch sein, um für den eigenen Bedarf sinnvoll zu funktionieren. Mit steigender Zahl der Besaitungen gewinnt allerdings der Komfort einer hochwertigeren Maschine zunehmend an Bedeutung.
FAQ zu Besaitungsmaschinen
Welche Besaitungsmaschine ist für Anfänger geeignet?
Für die ersten eigenen Besaitungen kann eine solide mechanische Hebelarmmaschine ausreichen. Besonders wichtig sind gute Zangen, eine stabile Schlägeraufnahme und ein zuverlässiges Zugsystem.
Ist eine elektronische Besaitungsmaschine besser?
Sie ist nicht automatisch Voraussetzung für eine gute Besaitung. Elektronische Maschinen bieten jedoch mehr Komfort und je nach Modell Funktionen wie Constant Pull, Pre-Stretch oder unterschiedliche Zuggeschwindigkeiten. Das kann vor allem bei häufigem Besaiten interessant sein.
Was ist besser: Hebelarm oder elektronische Besaitungsmaschine?
Das hängt vom Einsatz ab. Hebelarmmaschinen sind einfach, robust und benötigen keinen Strom. Elektronische Maschinen sind komfortabler und ermöglichen bei entsprechenden Modellen einen elektronisch geregelten Constant Pull.
Was bedeutet Constant Pull bei einer Besaitungsmaschine?
Constant Pull bedeutet, dass das Zugsystem die eingestellte Zugkraft während des Spannvorgangs aufrechterhält beziehungsweise nachregelt, wenn sich die Saite dehnt.
Was bedeutet Lockout?
Bei einem Lockout-System stoppt der aktive Zug, sobald die eingestellte Zugkraft erreicht ist. Dehnt sich die Saite danach weiter, zieht das System nicht automatisch nach.
Braucht eine Besaitungsmaschine eine 6-Punkt-Aufspannung?
Nicht zwingend. Entscheidend ist eine geeignete, stabile und korrekt eingestellte Schlägeraufnahme. Sowohl die Konstruktion als auch die richtige Bedienung sind wichtiger als allein die Zahl der Auflagepunkte.
Wie wichtig sind die Zangen einer Besaitungsmaschine?
Sehr wichtig. Sie müssen die gespannte Saite sicher halten, ohne sie zu beschädigen. Rutschende Zangen können zu Spannungsverlusten führen.
Muss eine Besaitungsmaschine kalibriert werden?
Bei kalibrierbaren Zugsystemen kann und sollte die tatsächliche Zugkraft bei Bedarf überprüft werden. Besonders bei gebrauchten Maschinen oder auffälligen Veränderungen im Besaitungsergebnis ist eine Kontrolle sinnvoll.
Wie lange dauert eine Schlägerbesaitung?
Das hängt von Erfahrung, Maschine, Saite, Schläger und Besaitungsmethode ab. Anfänger sollten sich bewusst Zeit nehmen; mit zunehmender Routine wird das Besaiten deutlich schneller.
Kann man einen Tennisschläger selbst besaiten?
Ja. Mit einer geeigneten Besaitungsmaschine, der korrekten Besaitungsanleitung und etwas Übung können auch Hobbyspieler ihre Tennisschläger selbst besaiten. Für die ersten Versuche empfiehlt sich ein älterer Schläger.
Wann lohnt sich eine eigene Besaitungsmaschine?
Sie lohnt sich besonders, wenn Du regelmäßig neu besaitest, mehrere Schläger besitzt oder gerne verschiedene Saiten und Bespannungshärten ausprobierst. Neben möglichen Kostenvorteilen ist die zeitliche Unabhängigkeit ein großer Vorteil.
Kann man eine gebrauchte Besaitungsmaschine kaufen?
Ja. Bei einer gebrauchten Maschine sollten vor allem Zugsystem, Zangen, Schlägeraufnahme, bewegliche Teile und die Verfügbarkeit von Ersatzteilen überprüft werden. Bei elektronischen Maschinen kommt die Funktionsprüfung der Elektronik hinzu.
Quellen und weiterführende Informationen
- International Tennis Federation (ITF): Technical information on tennis strings
- Gamma Europe: Elektronische Besaitungsmaschine XLT – Constant Pull, Pre-Stretch und Zuggeschwindigkeit
- Yonex: Precision 9.0 – technische Daten einer professionellen elektronischen Besaitungsmaschine
- Klipper USA: Informationen zu Hebelarmtechnik und 2-Punkt-Aufspannung
Robert Hartl hat den Artikel Besaitungsmaschinen zuletzt am 12. Oktober 2026 aktualisiert.
Robert Hartl gründete Tennis Weblog 2007. In über 500 Beiträgen teilt er sein Tennis-Wissen als langjähriger Tennis-Spieler, Tennis-Trainer und Tennis-Fan. Tennis Weblog ist eine der bekanntesten deutschsprachigen Tennis-Webseiten mit über einer halben Million Besuchern pro Jahr. Wir lieben Tennis - von Tennis-Fans für Tennis-Fans. mehr zur Redaktion
1 Simo 23. Juni 2013 um 22:13 Uhr
Welche Maschine empfehlen Sie ?
2 Günter Kölbl 6. Oktober 2013 um 13:51 Uhr
Hallo Herr Hartl,
ich habe mit großem Interesse Ihre Erfahrungen gelesen. Ich würde gerne aus eigenem Interesse selber besaiten. Als Besaiter bin ich Neuling. Als ich mich mit Maschinen beschäftigt habe, bin ich auf die Gammaprodukte gestoßen die auch einen Techniker zum ersten Aufbau und einen Besaitungskurs für 2 Schläger zusätzlich für 99 € anbieten. Würden Sie Gamma auch kaufen? Und wenn dann welche elektronische Maschine. Falls ich mir eine kaufe dann nur eine bessere mit etwas mehr Komfort. Vorab danke! Grüße Günter Kölbl
3 Valentin 18. Dezember 2017 um 23:27 Uhr
Hallo,
ich spiele Tennis auf Ranglistenniveau (Deutsche Rangliste) und habe bisher meine Schläger immer in meinem Tennisclub auf einer elektrischen (hochwertigen) Maschine bespannt. Gerne würde ich mir jetzt eine eigene Maschine kaufen, dabei ist mir lediglich wichtig das ich nicht allzu viel Qualität einbüße. Ich besitze ebenfalls eine alte Maschine (Baujahr 1990, Hebelarm) deren Bespannungsqualität mir nicht ausreicht. Hat sich die Technik in diesem Zeitraum ausreichend entwickelt? Wäre es dumm, falls ich in Zukunft Futures spielen würde, mit einer Hebelarmmaschine zu besaiten?
Vielen Dank und Grüße
Valentin
4 Robert Hartl 19. Dezember 2017 um 09:51 Uhr
Hallo Valentin,
die Anforderungen sind da meiner Erfahrung recht subjektiv. Bei hohen Ansprüchen würde ich keine Hebelarm-Maschine verwenden. Es gäbe da allerdings auch sehr kompakte reisetaugliche Modelle.
Qualitativ besser/ konstanter sind die Kurbelmaschinen, bei denen man auch noch ohne Strom usw. auskommt und auch im Hotelzimmer etc. ordentlich besaiten kann.
Bei den elektrischen Besaitungsmaschinen muss man immer auf das Gewicht achten. Manche sind echt schwer und für den Transport nicht so wirklich praktisch. Preislich würde ich mich daher zwischen einer eher leichten elektrischen Maschine oder einer hochwertigen Kurbelmaschine entscheiden.
5 M. Lomott 4. Oktober 2019 um 22:19 Uhr
Welche Kraft? Zur Bespannung.
6 Robert Hartl 27. November 2019 um 09:51 Uhr
Die Kraft im Sinne von Zugkraft bei der so genannten Besaitungshärte liegt meist zwischen 20 und 30 kg. Je „weicher“, also geringer die Zugkraft, desto mehr Beschleunigung und weniger Kontrolle bei etwas besserer Armschonung. Je höher die Zugkraft, desto „härter“ die Besaitung, desto mehr Kontrolle, dafür weniger Beschleunigung und Armschonung.
Das korrespondiert auch mit den Tennissaiten. Wenn die dünner und elastischer sind, benötigt man eine höhere Zugkraft, um einen ähnlichen Effekt wie mit eher dickeren, starren Saiten zu erzielen. Letztlich muss man für sein eigenes Spiel und dem eigenen Tennisschläger mit den eigenen Tennissaiten möglichst optimale Werte testen. Je besser man technisch spielt und desto höher würde ich tendenziell gehen. Ein Startwert für hohe Zugkraft wären beispielsweise 28 kg, ein niedriger Wert ca. 24 kg. Dabei muss aber auch berücksichtigen, dass je nach Besaitungsmaschine schon beim Besaitungsvorgang selbst Zugkraftverluste auftreten. D.h. man verliert schon 2-3 kg direkt beim Besaitungsvorgang zur Einstellung auf der Maschine.
Man merkt: man muss testen.
Persönlicher Tipp: ich finde eher etwas dünnere Saiten (ca. 1,25 mm Durchmesser) mit hoher Elastizität angenehmer zum Spielen. Sollte ich zu wenig Kontrolle haben, einfach 1-2 kg mehr Zugkraft. Man muss dann aber in Kauf nehmen, dass die Haltbarkeit der Saiten vielleicht nur 2, 3 Matches ist und man öfter neu besaiten muss.