Woher kommt die Zählweise love – fifteen, … im Tennis?
Wenn man Tennis spielt kommt einem die Zählweise im Tennis eigentlich ganz normal vor.
Eigentlich. 0, 15, 30, 40. Im Englischen “love” für Null. Genau betrachtet dann doch etwas seltsam und unnötig komplex. Einfacher wäre 0, 1, 2, 3.
Wie vielleicht vermutet hat das historische Gründe. Der Vorläufer des Tennisspiels heißt “Jeu de Paume”. Es ist ein Ballspiel aus Frankreich, bei dem ein Ball mit der Handfläche geschlagen wird. Vor etwa 400 Jahren spielte man solche Spiele üblicherweise um Geld. Einsatz 15 Deniers pro Punkt, usw. Darauf beruht die Zählweise beim Tennis heute noch (0, 15, 30, 40). Wieso es 40 statt eigentlich 45 heißt, ist historisch nicht eindeutig. (mehr zur Geschichte des Tennis).
Schwieriger ist es, die Herkunft des Begriffs “love” für die 0 zu klären. In den sehenswerten Folgen “Wissen vor 8″ der ARD begründete es Herr Yogeschwar mit den Holländern, die aus religiösen Gründen nach England vertrieben wurden und weniger um Geld, sondern viel mehr um Ehre (love) spielten. Dies übertrug sich auch auf das Tennis. Dem Verlierer blieb nicht die Null, sondern die Ehre! Eine andere Erklärung geht auf die französische Sprache zurück und dem Umstand, dass die Null wie ein Ei aussah.
Wir denken sicher beim kommenden Turnier in Wimbledon daran, wenn der Schiedsrichter love:fifteen sagt, dass es dann manchmal doch um etwas mehr als Ehre geht.
Robert Hartl schrieb diesen Artikel am 9. April 2008.
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21. Mai 2008 um 15:16 – individueller Kommentar
Wie kommt man mit 15 Deniers auf 40?
21. Juli 2008 um 23:01 – individueller Kommentar
Wieder etwas gelernt, danke
!
10. November 2008 um 12:55 – individueller Kommentar
ich habe gerade letzte Woche gehört, dass “love” aus dem französischen “l’oeuf” kommt (=Ei). Weil die beide rund sind, vielleicht?